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Unterhaltsfreie Brücken

Ihre Brücken für die Zukunft!



Fussgänger- und Fahrradbrücken für Skatepark Obere Au in Chur 

Das Gebiet der Oberen Au in Chur (GR) wird in ein Naherholungsgebiet mit diversen Freizeitanlagen umstrukturiert. Neben diesen vielen Freizeitanlagen die erneuert oder ganz neu erstellt werden, wird auch der bestehende Bach renaturiert und entsprechend ausgebaut.

Für die Zugänglichkeit zu den Wanderwegen und zu den Freizeitanlagen wurden zwei neue Brücken benötigt, die in das Gesamtbild der Anlage passen sollten. Gewählt wurde daher eine Geometrie der Brücken die die Dynamik und Sportlichkeit der Anlage ebenfalls zum Ausdruck bringt. So erhielt die kleinere der beiden Brücken eine Bogenform mit einem Radius von 39.5m. Die grosse Brücke mit einer Länge von 17.60m bekam die Form einer Welle mit einem Radius von 39.0m und einem Gegenradius von 38.5m. Der flache Teil der "Welle" läuft Richtung Parkplatz des Busbahnhofs aus. 

Auch die Farbe der beiden Brücken ist etwas besonderes: Mit dem rubinroten Anstrich fallen die beiden Brücken den Besuchern auf, ohne dabei aufdringlich zu sein.

Eine vor Ort betonierte Brücke kam aufgrund der Geometrie und der langen Montagedauer vor Ort mit den entsprechenden Einschränkungen der Baustelle nicht in Frage. Und vorgefertigte Betonelemente wären für den anstehenden Baugrund zu schwer gewesen. Ausserdem würde eine betonierte Brücke den Charakter von Leichtigkeit und Dynamik nicht verkörpern. Somit wurden andere Lösungen gesucht und so kam es, dass wir durch das Ingenieurbüro FHP aus Chur für eine Offerte angefragt wurden.

Unsere Lösung mit dem System SYNBOS verkörperte nicht nur die geforderte Dynamik und Leichtigkeit, sondern konnte auch mit einer höheren Montagegeschwindigkeit und einem leichteren Gewicht punkten. Obendrein war unsere Lösung auch noch günstiger und die unterhaltsfreie Konstruktion bringt auch in den nächsten Jahren viele Einsparungen!

Daher bekamen wir den Auftrag für die beiden Brücken und konnten diese noch mit dem Ingenieurbüro FHP optimieren. So wurde zwar die grosse Brücke noch länger, aber die Spannweite konnte reduziert werden. Durch das gewählte System einer unsymmetrischen Zweifeld Brücke, bei der das Brückenende auf der kurzen Feldseite (4.0m) gegen die abhebenden Kräfte in das Betonwiderlager eingespannt wird, konnte die Dicke der Brückenplatte noch weiter reduziert werden.

Daher betrug die Gesamtstärke der Brücke inklusive Belag und GFK-Schichten lediglich 373mm und das Gewicht bei einer Breite von 3.5m 13 t. 

Die Nutzlast beträgt 4.0kN/m2. Aber auch Unterhaltsfahrzeuge wie der Schneepflug mit 10 Tonnen Gesamtgewicht werden über die beiden Brücken fahren.

Die Montage der kleinen Brücke

Nach der Produktion der beiden Brücken wurden diese mit einem Spezialtransport der Firma Emil Egger AG am 06.12.2018 nach Chur transportiert. Der 130t Autokran der Emil Egger AG war bereits vor Ort und um 9:00 Uhr installiert. Da der Boden sehr matschig und wenig tragfähig war, mussten grössere Unterlagen als normal unter den Stützen aufgebaut werden. 

Der Spezialtransport fuhr rückwärts auf dem schmalen Feldweg an den Kran heran, nachdem der LKW mit den Gegengewichten abgefahren war. Schon hier war das geringe Gewicht der beiden Brücken von Vorteil! Nachdem die kleinere der beiden Brücken am Kran angeschlagen war, wurde sie auf das Fundament geschwenkt, langsam abgesetzt, ausgerichtet und vollständig abgelegt. Nach weniger als 15 Minuten war die kleine Brücke versetzt und der Kran konnte wieder abgebaut werden. In der Zwischenzeit räumten wir die Baustelle ab und montierten die Bolzen an den Stirnseiten der Brücke. Diese Bolzen werden durch ein Stahlprofil gesteckt, das nachträglich montiert wird. Durch diese Stahlprofile kann sich die Brücke entsprechend den Temperaturausdehnungen bewegen, ist aber dennoch sicher gelagert.

Die Montage der grossen Brücke

Während sich der Kran an der 400m entfernten Abladestelle wieder installierte, bereiteten wir die Fundamente der grossen Brücke vor. So wurden auf der Seite beim Parkplatz die Gleitlager eingebaut, auf denen sich die Brücke ausdehnen kann. Auf dem "mittleren" Auflager wurden 20mm dicke EPDM-Lager eingebaut, die die Bewegungen der Brücke ebenfalls aufnehmen können. Der Bereich zwischen dem eingespannten und dem mittleren Auflager wurde mit einem grauen Kompriband versehen, damit der Spalt zwischen Betonfundament und Brücke später verschlossen ist.

Nachdem der Kran und das H-Joch aufgebaut war, wurde die grosse Brücke angeliefert, angeschlagen und auf die Fundamente geschwenkt. Nach der Feinjustierung der Brücke wurde diese auf den Fundamenten abgelegt. Nach gerade einmal 18 Minuten, gerechnet vom Anschlagen bis zum Abhängen, war auch die grosse Brücke versetzt. Der Kran konnte sich danach wieder abbauen und die Baustelle verlassen.

Wie bei der kleinen Brücke auch, wurden wieder die Bolzen montiert, die der Lagesicherung mithilfe des Stahlwinkels dienen. Ebenso wurden die 7 Zugstangen mit Widerstandsplatte in die integrierten Gewindemuffen eingebaut. Später werden dann die Gewindestangen einbetoniert und verhindern das Abheben des Brückenendes wenn das grosse Feld unter Last steht.

Somit wurden beiden Brücken innerhalb von drei Stunden inklusive Ummontage des Krans versetzt. Die gesamte Zeit des Krans vor Ort, von Anfahrt bis Abfahrt betrug gerade einmal 4.5h und hatte auf den restlichen Baustellenablauf so gut wie gar keinen Einfluss! 

Wie am Gruppenfoto zu erkennen ist, waren alle Beteiligten Personen mit den Brücken und dem Bauablauf sehr zufrieden!


Daten:

  • Länge kleine Brücke: 10.36m

  • Länge grosse Brücke: 17.60m

  • Spannweite grosse Brücke: 13.60m

  • Breite beider Brücken: 3.50m

  • Besonderheit beider Brücken: Bogen- resp. Wellenform

  • Besonderheit der grossen Brücke: Unsymmetrisches Zweifeldsystem mit Zugverankerung in das Fundament

  • Verkehrslast: 4.0 kN/m2

  • Punktlast charakteristisch: 10 kN

  • Unterhaltsfahrzeug mit einer Gesamtlast von 10t

  • Dicke der Brücke: 372mm inkl. Belag

  • Gewicht der grossen Brücke: nur 13t inkl. Belag

  • Installation: 06.12.2018

  • Bauherr: Stadt Chur (GR), vertreten durch Herr Maurus Baumann 

  • Bauleitung: Ingenieurbüro FHP in Chur mit Christian Schoop und Fabio Guadagini


Vorteile:

  • Installation innerhalb von weniger als 20 Minuten

  • Perfekte Einhaltung der Geometrie

  • Keine Einschränkungen der anderen Baustellenarbeiten

  • Sofort nutzbar nach der Montage


Impressionen:

Bilder: LeichtbauWeis AG






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